Wenn es kälter wird
Abende im DOJO im Schloss Puchheim — der Auftakt im Herbst 2026
Es gibt Fragen, die im Sommer leiser, fast unsichtbar sind. Nicht, weil sie sich erledigt hätten, sondern weil draußen genug los ist, dass man sie nicht hören muss. Dann wird es früher dunkel, man sitzt wieder mehr drinnen — und da sind sie wieder.
Genau dafür gibt es diese Abende. Drei zunächst, zwischen September und November. Jeder nimmt sich etwas vor, dem man im Alltag lieber ausweicht, und macht einen Ort daraus, an dem man hinschauen darf. Ohne Ratschlag, ohne Programm, ohne dass hinterher jemand etwas von dir will.
Was an diesen Abenden anders ist
Wie oft warst du auf einer Veranstaltung, die richtig gut war — und drei Tage später war nichts mehr davon übrig? Mir geht das oft so. Das liegt selten an den Vortragenden. Es liegt daran, dass zwischen Zuhören und Weitergehen keine Zeit liegt. Wir nehmen viel auf und verarbeiten wenig.
Deshalb läuft es bei mir anders herum. Ich lade jemanden ein, der etwas weiß, das ich nicht weiß. Ich höre zu und stelle dann die Fragen, die mich wirklich umtreiben — nicht die, die man üblicherweise stellt. Und dazwischen bekommst du Zeit für dich: zum Nachdenken, zum Aufschreiben, zum Reden mit den Menschen neben dir.
Neunzig Minuten, ein Gast, maximal zwanzig Leute. Kein Podium. Keine Folien. Kein Computer im Raum.
Die drei Abende im Herbst
Die Reihenfolge ist nicht zufällig. Sie geht von außen nach innen: von der Welt, die uns gerade überholt, über den eigenen Lebensbogen bis zu dem, was am Ende steht. Der Abend, der am meisten Wärme braucht, liegt am dunkelsten Punkt des Jahres.
Berührbar bleiben — Mensch sein im Zeitalter der KI
Donnerstag, 24. September, 18:30–20:00 Uhr
Mein Gast: Peter Huber — Autor, Speaker und Coach
Wie bleiben wir uns nah, wenn immer mehr digital wird? Peter Huber kennt Künstliche Intelligenz seit ihren Anfängen. Und stellt trotzdem genau die Frage, die mich umtreibt: Was bleibt dabei von uns? Ein Abend zum Zuhören, zum Nachdenken und zum Reden — und vor allem zum Begegnen: dem Thema, anderen Menschen und den Räumen, in denen ich arbeite. Vorwissen brauchst du keines.
Du gehst nach Hause mit …
- einem klaren Bild — was KI heute wirklich kann und was nicht. Ohne Hype, ohne Angstmache.
- einer eigenen Haltung — nicht, was man tun sollte, sondern was für dich stimmt.
- einem guten Gefühl — der Erfahrung, mit deinen Fragen nicht allein zu sein. Und einem Satz, den du behältst.
Bewusst nur 20 Plätze — für einen Abend im kleinen Kreis, an dem echte Begegnung möglich bleibt. Nur mit Anmeldung.
Unter allen Gästen verlosen wir fünf Exemplare von Peters Buch »Mit Humor durch den Wandel«.
Beieinander bleiben — Wenn Generationen füreinander sorgen
Donnerstag, 22. Oktober, 18:30–20:00 Uhr
Mein Gast: Elisa Maria Wenninger — Zeitpolster
„Heute helfe ich. Morgen wird mir geholfen.“
Dieser Satz ist das Motto von Zeitpolster, und er dreht etwas um, das wir uns abgewöhnt haben. Wer heute Zeit hat, hilft anderen — eine Fahrt zum Arzt, eine Stunde Zeit, eine Glühbirne — und schreibt sich diese Stunden gut. Für später, wenn er selbst Hilfe braucht. Keine Wohltätigkeit, kein Almosen. Etwas, das im Kreis geht.
Elisa Maria Wenninger baut solche Gruppen auf, gerade auch hier bei uns in der Region.
Älterwerden ist nichts, was man löst. Aber es macht einen Unterschied, ob man dabei allein ist — und viele sind es. Dieser Abend behauptet nicht, dass das anders wäre. Er fragt, was eigentlich mit der Nachbarschaft passiert ist. Es gab eine Zeit, in der man wusste, wer nebenan wohnt. Das ist vielerorts verschwunden, nicht mit Absicht — es ist einfach oft abhandengekommen.
Und dann ist da die Frage, die schwerer wiegt als jede Organisation: Warum fällt uns das Annehmen so viel schwerer als das Geben? „Ich will niemandem zur Last fallen“ ist einer der einsamsten Sätze, die es gibt. An diesem Abend darf er einmal ausgesprochen und angeschaut werden.
Du musst nicht alt sein, um zu kommen. Vielleicht denkst du gerade eher an deine Eltern. Oder daran, wie es bei dir selbst einmal sein soll.
Verbunden bleiben — Wenn ein Mensch geht
Donnerstag, 19. November, 18:30–20:00 Uhr · Mein Gast: Gerhard Hauser —
Bestatter und zertifizierter Trauerbegleiter in Attnang-Puchheim
Über das Sterben sprechen wir selten, solange es niemanden betrifft. Und wenn es dann so weit ist, bleibt kaum Zeit zum Nachdenken.
Gerhard Hauser geht mit seinem Beruf zeitgemäß und offen um. Er kennt die Fragen, aber auch die Sprachlosigkeit, die Angehörige mitbringen, und er weicht ihnen nicht aus: Was hilft in diesen Tagen wirklich? Was ist tatsächlich zu tun — und was von alldem, was man glaubt tun zu müssen, muss gar nicht sein? Was lässt sich zu Lebzeiten regeln, und wie fängt man so ein Gespräch in der eigenen Familie an?
Und es geht um das, was danach bleibt: die vielen Formen, in denen Erinnerung Platz haben kann. Verbunden bleiben, auch wenn jemand nicht mehr da ist.
Ein Abend, an dem man diesem Thema begegnen kann, solange es einen nicht überrollt. Du musst niemanden verloren haben, um zu kommen. In Ruhe, mit Zeit und in guter Gesellschaft — zuhören genügt.
Wenn du kommen magst
Diese Abende sind kostenlos, und wir sitzen bei mir im DOJO im Schloss Puchheim zusammen, jeweils von halb sieben bis acht.
Mehr als zwanzig Menschen passen nicht in diesen Raum — und das ist gut so. In einer großen Runde sagt niemand mehr einen Satz, der noch nicht fertig gedacht ist. Damit ich weiß, wie viele Stühle ich stelle, schreib mir bitte kurz, dass du kommst: gabrielescheibl.at/termin-buchen.
Zu allen dreien musst du nicht kommen. Jeder Abend steht für sich, sie sind nicht aufeinander aufbauend.
Wer beim ersten nicht dabei war, hat nichts versäumt. Du wählst, kommst einmal, oder sooft du möchtest.
Und danach?
Im Frühjahr geht es weiter. Mit welchen Themen, weiß ich heute noch nicht — das Leben stellt seine Fragen selbst, und meistens zeigt sich an den Abenden, welche gerade dran ist. Genau deshalb heißt die Reihe, wie sie heißt: Es wird immer wieder kälter, und es gibt immer wieder etwas, dem man sich lieber gemeinsam zuwendet als allein.
Wenn dich etwas umtreibt, von dem du denkst, dass darüber einmal geredet werden müsste — sag es mir. Die besten Abende sind bisher genau so entstanden.

Ich weiß nicht, welcher der Abende deiner ist. Vielleicht der, von dem du gerade denkst, dass er dich nichts angeht.
Wenn dich einer anspricht: Komm einfach. Du musst nichts wissen, nichts sagen und niemanden kennen. Getränke stehen bereit, und ich freue mich, wenn ich dir die Tür aufmache.
Herzlich,
Gabriele
Und falls du dich fragst, was ich hier sonst mache: Das steht auf dieser Website. An den Abenden selbst geht es darum nicht.
DOJO im Schloss Puchheim
Gmundner Straße 1a, 4800 Attnang-Puchheim, 2. Stock
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